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Mit Hilfe von Magnetotransportmessungen
können eine Vielzahl Spinphänomenen in Halbleiterstrukturen
untersucht werden. In der Regel werden die Messungen bei tiefen Temperaturen
durchgeführt. Abhängig von der benötigten Messtemperatur
werden unterschiedliche Kryostatsysteme eingesetzt. Zur Erzeugung von
hohen Magnetfeldern kommen oft supraleitende Magneten zum Einsatz.
Zur Erzeugung
tiefster Temperaturen steht ein He-3/He-4 Mischkryostat zur Verfügung
mit einer Basistemperatur von 30 mK. Dieser Kryostat ist mit einem 14
T Magneten ausgestattet. Bei zusätzlicher Kühlung der Magnetspule
kann das Magnetfeld auf 16 T erhöht werden. Bei einem Mischkryostaten
wird ein Gemisch aus He-3 und He-4 zur Kühlung eingesetzt. Bei tiefen
Temperaturen gibt es eine Separation in eine He-3 reiche und eine He-3
arme Phasen. Die
Kühlwirkung kommt dadurch zustande, dass He-3 aus der He-3 reichen
Phase in die He-3 arme Phase transferiert wird.
Für Messungen
bis hinunter zu 300 mK kommt ein He-3 Kryostat zum Einsatz, welcher
mit einem 10 T Magneten ausgestattet ist. Die Kühlwirkung kommt dabei
zustande, dass zuvor verflüssigtes He-3 mittels einer Sorptionspumpe
abgepummt wird.
Neben den oben genannten
Systemen ist es auch möglich mittels eines He-4 Durchflusskryostaten
Messungen von He-Temperatur (4 K) bis hinauf zu Raumtemperatur durchzuführen.
Bei diesem Messaufbau steht ein Magnet mit einem Feld bis 0.5 T zur Verfügung.
Wichtige Methoden
zur Charakterisierung zweidimensionaler Elektronengase in Halbleiterheterostrukturen
sind die Messung des Quanten-Hall-Effektes und der Shubnikov-de Haas Oszillationen.
Diese geben Aufschluss über die Transporteigenschaften, wie Beweglichkeit,
Leitfähigkeit oder Ladungsträgerkonzentration. Shubnikov-de
Haas Messungen können auch genutzt werden um Informationen über
die Spin-Bahn-Wechselwirkung in Halbleiterheterostrukturen zu erhalten,
eine wichtige Eigenschaft zur Realisierung des Spintransistors. Die
Stärke der Spin-Bahn-Wechselwirkung kann über durch Auswertung
des charakteristischen Schwebungsmusters in den Shubnikov-de Haas Oszillationen
bestimmt werden. Mit Hilfe eines rotierenden Probenhalters ist es zudem
möglich Informationen über die Stärke der Zeeman-Spinaufspaltung
zu gewinnen.
Bei sehr tiefen Temperaturen
und kleinen Magnetfeldern können Interferenz-Phänomene beobachtet
werden. Beispiele sind hier die schwache Lokalisierung (negativer Magnetowiderstand)
oder in ringförmigen Strukturen der Aharonov-Bohm Effekt. Spineffekte
zeigen sich hier z.B. durch Umkehrung der schwachen Lokalisierung in die
schwache Antilokalisierung (positiver Magnetowiderstand). Durch Messung
der Antilokalisierung ist es möglich Informationen über die
Spinstreuung zu erhalten.
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